Energetisches Quartierskonzept und Wärmenetz
Für das Unterdorf in Laboe wurde im Jahr 2025 von einem Fachbüro ein Energetisches Quartierskonzept erstellt. Was waren die Hauptaussagen?
- Ein Wärmenetz kann im Unterdorf wirtschaftlich betrieben werden im Vergleich zu dezentralen Lösungen, insbesondere Wärmepumpen. Damit ist die Frage nach einem Wärmenetz bei uns nicht nur „Theorie“, sondern wurde fachlich konkret bewertet.
- Zweitens: Laboe verfügt bereits über Erfahrung mit netzgebundener Wärmeversorgung: Im Ort gibt es bereits vier Wärmenetze: Krützkrög, Wulffsche Koppel, Erich-Schwarz-Weg und Portland. Das ist ein praktischer Vorteil, da Fragen zu Anschluss, Betrieb, Preislogik und Transparenz nicht abstrakt bleiben müssen, sondern anhand realer Beispiele vor Ort diskutiert werden können.

Aktuelle Wärmepreise für Tiefengeothermie
Eine aktuelle Marktanalyse aus dem Praxisforum Geothermie Bayern zeigt, dass geothermiegestützte Fernwärme selbst im strengen Winter preisstabil bleiben kann: In bayerischen Fernwärmenetzen mit Tiefengeothermie blieben die Preise in der Heizperiode 2025/26 trotz des strengen Winters nahezu stabil.
In einer Modellrechnung steigen die Kosten für ein Einfamilienhaus (27.000 kWh/Jahr) nur um 0,08 %, für eine Wohnung (16.000 kWh/Jahr) um 0,54 %. Zum Vergleich nennt die Analyse deutlich höhere Mehrkosten bei anderen Heizarten (Gas ca. +15 %, Wärmepumpen ca. +5 %, Öl ca. +3 %, fossil erzeugte Fernwärme ca. +2 %).
In einer bundesweiten Einordnung werden außerdem Medianwerte genannt ( vgl. Grafik): Fernwärme lag im April 2025 bei 17 ct/kWh, geothermiegestützte Fernwärme bei 13,4 ct/kWh (Quelle: Jürgen Walk, ZfK, 16.02.2026).
Fazit
Die Nutzung der Tiefengeothermie als Wärmequelle ist und bleibt eine Zukunftsperspektive für Laboe. Sie sollte parallel zu anderen Lösungen, wie etwa einer Meerwasser-Großwärmepumpe, weiterverfolgt werden.
Eine aktuelle Marktanalyse beantwortet die Frage zum Preisniveau und zur Preisstabilität: Geothermiegestützte Wärmenetzekönnen preisstabil sein, selbst in harten Wintern. Entscheidend sind die Rahmenbedingungen: eine sinnvolle Netzauslegung, verlässliche Wärmequellen, ein tragfähiges Betreiber- und Finanzierungsmodell und vor allem Transparenz, damit die Bürgerinnen und Bürger die Preisbildung nachvollziehen können.
