Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Laboe

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  • Wald in Schleswig-Holstein – Bedeutung, Herausforderungen und Chancen
    Wald in Schleswig-Holstein – Bedeutung, Herausforderungen und Chancen

    Der Wald prägt Schleswig-Holstein weit weniger als andere Bundesländer – und gerade deshalb kommt ihm eine besondere ökologische und gesellschaftliche Bedeutung zu. Der Vortrag „Wald in Schleswig-Holstein: Verbreitung, Leistungen und Herausforderungen“ von Christiane Herty (Landesamt für Umwelt) liefert einen kompakten Überblick über den Zustand der Wälder, die Auswirkungen des Klimawandels und die Handlungsmöglichkeiten für Kommunen und Bürgerinnen und Bürger.

    Waldanteil und Baumarten in Schleswig-Holstein

    Schleswig-Holstein ist mit einem Waldanteil von nur 11,5 % eines der waldärmsten Bundesländer Deutschlands. Die regionale Verteilung ist sehr unterschiedlich:

    • Nordfriesland: 4 %
    • Plön: 10 %
    • Herzogtum Lauenburg: 26 %

    Auch die Baumarten unterscheiden sich stark nach Landschaftsraum. In der Geest dominieren Nadelhölzer, während in Angeln und Ostholstein ältere Laubbaumbestände besonders häufig vorkommen. „Der Waldanteil in Schleswig-Holstein liegt bei 11,5 % der Waldfläche.“

    Was gilt eigentlich als Wald?

    Das Landeswaldgesetz definiert klar, welche Flächen als Wald gelten. Entscheidend ist eine flächige Bestockung mit Waldgehölzen, unabhängig von Alter oder Zustand. Nicht als Wald gelten dagegen:

    • Knicks
    • kleinere Baumgruppen
    • Alleen
    • Baumschulen oder Weihnachtsbaumplantagen
    • Parkanlagen im Wohnbereich

    „Wald wird im Landeswaldgesetz definiert und muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Flächig mit Waldgehölzen bestockte Grundfläche…“

    Junger und alter Wald – warum beides wichtig ist

    Moderne Forstwirtschaft setzt auf eine Mischung verschiedener Altersphasen. Alte Wälder über 100 Jahre erbringen besonders viele Ökosystemleistungen, während Erstaufforstungen wichtig für die Habitatkontinuität sind. „Alte Wälder (>100 Jahre)… entfalten mehr Ökosystemdienstleistungen als Erstaufforstungen.“

    Erstaufforstung und natürliche Sukzession

    Neue Waldflächen entstehen entweder durch geplante Aufforstung oder durch natürliche Entwicklung. Wichtig:

    • Erstaufforstungen sind genehmigungspflichtig.
    • Die UFB kann Vorgaben zur Baumartenwahl machen.
    • Aufforstungen können finanziell gefördert werden.
    • Natürliche Sukzession führt ebenfalls zu dauerhaftem Waldstatus, sobald die Kriterien des Landeswaldgesetzes erfüllt sind.

    „Erstaufforstungen unterliegen der Genehmigungspflicht… Die Kosten können gefördert werden.“

    Klimawandel – wachsende Belastungen für den Wald

    Der Wald ist ein langfristiges Ökosystem, doch der Klimawandel wirkt bereits heute spürbar:

    • längere Trockenperioden im Frühjahr
    • Überstauungen nach Starkregen
    • mehr Sommerstürme
    • Zunahme von Schädlingen
    • Stickstoffbelastung der BödenDie Anpassung der Wälder ist ein Generationenprojekt. Aktuell stehen folgende Maßnahmen im Fokus:

    „Ungleichmäßigere Verteilung der Niederschläge… Häufung von Kalamitäten durch Schädlinge.“

    Wie Waldbesitzer reagieren

    Die Anpassung der Wälder ist ein Generationenprojekt. Aktuell stehen folgende Maßnahmen im Fokus:

    • Umbau von Nadel-Reinbeständen
    • Wasserrückhalt zur Sicherung der Frühjahrsfeuchte
    • genetisch angepasste Herkünfte bei Pflanzungen
    • Pflege zur Stabilisierung der Kronen
    • Erhalt von Totholz
    • Versuche mit neuen Baumarten

    „Wald ist ein Generationenprojekt. Pflegeeingriffe mit Blick auf die Kronenvitalität.“

    Einzelbäume in Gemeinden – kleine Strukturen, große Wirkung

    Auch außerhalb des Waldes leisten Bäume einen wichtigen Beitrag:

    • Förderung der Biodiversität
    • Kühlungseffekte im Siedlungsraum
    • Filterung von Staub und Lärm

    Typische Stadtbaumarten sind u. a. Ahorn, Platane, Linde, Ulme und Hainbuche. Ergänzend kommen klimaresiliente Arten wie Robinie oder Mehlbeere hinzu.

    „Einzelbäume spielen in der Städteplanung eine zunehmend wichtige Rolle.“

    Wie Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden können

    Für Gemeinden und Privatpersonen gibt es zahlreiche Möglichkeiten:

    • Verwendung von Regiosaatgut im eigenen Garten oder auf kommunalen Flächen
    • Teilnahme an Förderprogrammen wie
      • DVL Region Plön
      • NABU SH (Streuobstwiesen)
      • Gröön Dörp
      • Bingo-Stiftung

    „Im eigenen Umfeld auf die Auswahl von Saatgut achten: Regiosaatgut.“

    Fazit

    Schleswig-Holstein steht beim Thema Wald vor besonderen Herausforderungen – aber auch vor großen Chancen. Durch kluge Aufforstung, naturnahe Pflege und die Einbindung von Gemeinden und Bürgern kann der Wald langfristig widerstandsfähiger werden und seine wichtigen Funktionen für Klima, Artenvielfalt und Lebensqualität erfüllen.


  • Meerwasserwärmepumpen zeigen den Weg – Chancen für Laboe
    Meerwasserwärmepumpen zeigen den Weg – Chancen für Laboe

    2026 war ein wichtiges Jahr für die Wärmewende an Nord- und Ostsee: Sowohl im dänischen Esbjerg als auch im schleswig-holsteinischen Neustadt/Holstein gingen große Meerwasser‑Wärmepumpen in Betrieb. Beide Anlagen beweisen, dass sich die Wärme aus dem Meer zuverlässig und klimafreundlich nutzen lässt. Für eine Küstengemeinde wie Laboe ist das ein starkes Signal.

    Esbjerg: Wärme direkt aus der Nordsee

    In Esbjerg wurde eine der größten Meerwasserwärmepumpen der Welt gestartet. Sie ersetzt ein altes Kohlekraftwerk und versorgt rund 25.000 Haushalte mit klimaneutraler Fernwärme, da der Strom zum Betrieb der Wärmepumpe aus Windenergie-Anlagen stammt.

    Die wichtigsten Fakten:

    Meerwasser-Großwärmepumpe heizt mit Windstrom die Stadt Esbjerg
    • Leistung: 70 Megawatt
    • Wärmequelle: Nordseewasser mit 1–15 °C
    • Vorlauftemperatur: bis zu 90 °C
    • CO₂‑Einsparung: rund 120.000 Tonnen pro Jahr
    • Strom: aus nahegelegenen Windparks
    • Weitere Wärmequellen: Holzschnitzel-Kraftwerk (Leistung 48 MW) und Wärmespeicher

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  • Unsere Veranstaltungen im Mai – Pflanzenflohmarkt und geführte Fahrradtour
    Unsere Veranstaltungen im Mai – Pflanzenflohmarkt und geführte Fahrradtour

    Am Sonnabend, dem 9. Mai 2026, veranstalteten der Verein Freunde des Kurparks Laboe und die Initiative Klimaschutz Laboe e. V. (IKL) zum zweiten Mal einen Pflanzenflohmarkt in unserem Kurpark. Die Organisatorinnen waren Anke Dorl von der IKL sowie Angelika Klinke und Sigrun Ostermann vom Verein Freunde des Kurparks. Am Vortag konnten Pflanzenspenden, insbesondere Kräuter, regionale Blütenpflanzen und Beerensträucher in beschrifteten Pflanztöpfchen im Kurpark abgegeben werden. Dieser Aufruf, Pflanzen aus dem eigenen Garten zu spenden, war ein voller Erfolg: Es kamen zahlreiche Pflanzen zusammen, die zu groß geworden waren, sich selbst ausgesät hatten oder einfach übriggeblieben waren – sie alle suchten ein neues Zuhause. Am Samstag strömten zahlreiche BesucherInnen in den Kurpark, die sich für die Pflanzen interessierten und diese gegen eine Spende erwerben konnten

    Die Biologin Andrea Harrje im Gespräch mit Besucherinnen

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  • Indigene Völker – Die besten Naturschützer
    Indigene Völker – Die besten Naturschützer

    Niklas Ennen, Pressesprecher der Nichtregierungsorganisation (NGO) Survival International (Büro Berlin) hielt am 28. April 2026 im sehr gut besuchten Freya-Frahm-Haus einen Vortrag zu indigenen Völkern und ihre Beziehung zum Naturschutz. Er stellte die These auf, dass indigene Völker weltweit die besten Hüter der Natur sind. Denn sie leben seit Jahrhunderten im Einklang mit ihrer Umwelt und verfügen über ein tiefes Wissen über nachhaltige Landnutzung. Dennoch werden sie im Namen des Naturschutzes oft verdrängt und ihre Rechte verletzt. 

    Wer sind indigene Völker?

    Indigene Völker sind Gruppen, die bereits vor der Kolonialisierung oder der Gründung moderner Nationalstaaten in einem Gebiet lebten. Sie haben eine enge Beziehung zu ihrem Land, eine eigene Kultur und Sprache und sehen sich oft als von der Mehrheitsgesellschaft getrennt. Weltweit gibt es etwa 400 Millionen indigene Menschen. Ihre kollektiven Rechte auf Land, Selbstverwaltung und freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) sind in internationalen Abkommen wie der UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker (UNDRIP) und der ILO-Konvention Nr. 169 verankert.

    Probleme des klassischen Naturschutzes

    Viele Naturschutzgebiete im Globalen Süden wurden nach westlichen, oft kolonialen Vorstellungen eingerichtet. Dabei wurden indigene Gemeinschaften systematisch vertrieben, was zu Menschenrechtsverletzungen und sogar Völkermord führte. Diese Schutzgebiete schützen die Natur häufig weniger effektiv als angenommen und begünstigen stattdessen Tourismus und Rohstoffabbau.

    Mythen des Naturschutzes

    • Mythos 1: Westliche Organisationen wissen am besten, wie man Natur schützt. Tatsächlich erinnern die Argumente für westliche Kontrolle oft an koloniale Landnahme.
    • Mythos 2: Wildnis ist nur dann geschützt, wenn sie menschenleer ist. Indigene Völker werden fälschlicherweise als Störfaktor betrachtet.
    • Mythos 3: Alle Menschen wollen gleich leben. Indigene Lebensweisen werden als rückständig angesehen, obwohl sie nachhaltig und erfüllend sind.
    • Mythos 4: Nationalparks stehen automatisch für Naturschutz. Die Gründung vieler Nationalparks ging mit der Vertreibung indigener Bevölkerung einher.

    Indigene Völker als beste Naturschützer

    Studien zeigen, dass Gebiete unter Kontrolle indigener Gemeinschaften die größte Artenvielfalt aufweisen und am besten vor Entwaldung schützen. Ihre nachhaltigen Praktiken wie Wanderfeldbau und nomadische Weidewirtschaft schaffen Kohlenstoffsenken und verhindern Waldbrände. Ein Beispiel ist das indigene Volk der Soliga in Indien: Nach der Rückgabe ihrer Landrechte stieg die Tigerpopulation in ihrem Gebiet deutlich an.

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