Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Laboe

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  • Tiefengeothermie ist eine Zukunftsperspektive für Laboe –  Wie gestalten sich aktuell die Wärmepreise für Tiefengeothermie, auch in diesem kalten Winter?
    Tiefengeothermie ist eine Zukunftsperspektive für Laboe –  Wie gestalten sich aktuell die Wärmepreise für Tiefengeothermie, auch in diesem kalten Winter?

    Geologie und Tiefengeothermie

    Der Geophysiker Dr. Reinhard Kirsch berichtete in seinem Vortrag im Freya-Frahm-Haus im November 2025 über das geologische Potenzial einer Wärmequelle unter Laboe: Die Datenplattform Geothermisches Informationssystem für Deutschland (GeotIS) weist für den Raum Laboe ein gut ausgeprägtes hydrothermales Reservoir aus. Es befindet sich ein Doggersandstein (Doggertrog) im Tiefenbereich 2000 – 2500 m mit Thermalwassertemperaturen im Bereich 70 – 75°C.

    Dr. Reinhard Kirsch

    Herr Dr. Kirsch fasste die Datenlage und die Situation an der Kieler Förde wie folgt zusammen:

    • Laboe hat ein hohes Potenzial für Tiefengeothermie und gehört damit zu den in Schleswig-Holstein am besten geeigneten Standorten.
    • Ein effizientes Wärmenetz ist eine Voraussetzung für die Nutzung dieses Potenzials.
    • Bei der Planung eines Wärmenetzes sollte die Integration von Erdwärme mituntersucht werden.

    Energetisches Quartierskonzept und Wärmenetz

    Für das Unterdorf in Laboe wurde im Jahr 2025 von einem Fachbüro ein Energetisches Quartierskonzept erstellt. Was waren die Hauptaussagen?

    • Ein Wärmenetz kann im Unterdorf wirtschaftlich betrieben werden im Vergleich zu dezentralen Lösungen, insbesondere Wärmepumpen. Damit ist die Frage nach einem Wärmenetz bei uns nicht nur „Theorie“, sondern wurde fachlich konkret bewertet.
    • Zweitens: Laboe verfügt bereits über Erfahrung mit netzgebundener Wärmeversorgung: Im Ort gibt es bereits vier Wärmenetze: Krützkrög, Wulffsche Koppel, Erich-Schwarz-Weg und Portland. Das ist ein praktischer Vorteil, da Fragen zu Anschluss, Betrieb, Preislogik und Transparenz nicht abstrakt bleiben müssen, sondern anhand realer Beispiele vor Ort diskutiert werden können.

    Aktuelle Wärmepreise für Tiefengeothermie

    Eine aktuelle Marktanalyse aus dem Praxisforum Geothermie Bayern zeigt, dass geothermiegestützte Fernwärme selbst im strengen Winter preisstabil bleiben kann: In bayerischen Fernwärmenetzen mit Tiefengeothermie blieben die Preise in der Heizperiode 2025/26 trotz des strengen Winters nahezu stabil.

    In einer Modellrechnung steigen die Kosten für ein Einfamilienhaus (27.000 kWh/Jahr) nur um 0,08 %, für eine Wohnung (16.000 kWh/Jahr) um 0,54 %. Zum Vergleich nennt die Analyse deutlich höhere Mehrkosten bei anderen Heizarten (Gas ca. +15 %, Wärmepumpen ca. +5 %, Öl ca. +3 %, fossil erzeugte Fernwärme ca. +2 %).

    In einer bundesweiten Einordnung werden außerdem Medianwerte genannt ( vgl. Grafik): Fernwärme lag im April 2025 bei 17 ct/kWh, geothermiegestützte Fernwärme bei 13,4 ct/kWh (Quelle: Jürgen Walk, ZfK, 16.02.2026).

    Fazit

    Die Nutzung der Tiefengeothermie als Wärmequelle ist und bleibt eine Zukunftsperspektive für Laboe. Sie sollte parallel zu anderen Lösungen, wie etwa einer Meerwasser-Großwärmepumpe, weiterverfolgt werden.

    Eine aktuelle Marktanalyse beantwortet die Frage zum Preisniveau und zur PreisstabilitätGeothermiegestützte Wärmenetzekönnen preisstabil sein, selbst in harten Wintern. Entscheidend sind die Rahmenbedingungen: eine sinnvolle Netzauslegung, verlässliche Wärmequellen, ein tragfähiges Betreiber- und Finanzierungsmodell und vor allem Transparenz, damit die Bürgerinnen und Bürger die Preisbildung nachvollziehen können.


  • Was ist „Upcycling“? Aus alt mach besser! 
    Was ist „Upcycling“? Aus alt mach besser! 

    Aus gebrauchten Dingen können wieder schöne, nützliche Dinge werden: Upcycling ist eine hervorragende Möglichkeit, dem Wegwerfen etwas Nachhaltiges entgegenzusetzen. Denn neue Produkte herzustellen, erfordert immer Rohstoffe, Energie und verursacht Emissionen. Durch Wiederverwenden in neuer Form können wir diese Prozesse vermeiden oder reduzieren. Es trägt bei zur:

    • Ressourcenschonung, da keine oder kaum neue Materialien nötig sind.
    • Müllvermeidung, indem wir Gegenstände weiter nutzen, statt sie zu entsorgen.
    • Bewusstseinsbildung, indem wir – und andere, die das kreative Ergebnis sehen – unser Konsumverhalten reflektieren und verändern.

    Die Pioniere für Upcycling sind in Laboe die ehrenamtlich Engagierten in der StöberStube unter der Leitung von Susanne Bartels. Diese Gruppe hat sich zur Aufgabe gemacht, aus gebrauchten Textilien etwas Neues entstehen zu lassen. Aus alten T-Shirts haben sie Jersey-Garn hergestellt und beispielsweise das Tier „Kraki“ gehäkelt. Und aus einer alten Jeans den Zugluftstopper „Nessi“ und weitere Gegenstände wie Utensilos und Armbänder genäht.

    Die Transportwege für Kleidung

    Im Mai 2025 kam es zu einer Zusammenarbeit von der StöberStube und der Inititiative Klimaschutz Laboe mit der Grundschule Laboe zu dem Thema Upcycling. Zusammen mit Susanne Bartels und Frauke Schöneich-Priebe von der StöberStube führten Kathlen und Clemens Simmer von der IKL-Gruppe „Konsum und Nachhaltigkeit“ an fünf Freitagvormittagen mit der Klasse 4b – geleitet von der Referendarin Michaela Schmidt – in der Textilkunde Workshops zum Thema Bekleidung und Nachhaltigkeit durch. Der Einstieg in das Thema erfolgte in der StöberStube selbst, wo es bereits zu regen Diskussionen zum Thema Kleidung und Klima kam; auch fanden einige Schätze neue Besitzerinnen und Besitzer.

    Zunächst wurden die Schülerinnen und Schüler spielerisch in die Thematik eingeführt.

    • Was sind die Transportwege und die Verarbeitungsschritte vom Rohstoff Baumwolle zum fertigen Kleidungsstück?
    • Wie viel Wasser wird verbraucht?
    • Und wie viel CO2 wird dabei freigesetzt?

    Die Schülerinnen und Schüler verfolgten die Ausführungen mit großem Interesse und wussten bereits viel zu dem Thema. Anschließend ging es an die praktische Arbeit: Einige Schülerinnen und Schüler schnitten alte T-Shirts in Streifen und häkelten neue Objekte. Andere nähten Jonglierbälle mit der Nähmaschine. Es geht immer darum, aus etwas Altem etwas Neues zu machen. Die Idee, auf diese Weise mit gebrauchten Textilien umzugehen, wurde von den Kindern mit Begeisterung aufgenommen.

    Was ist unser ökologischer Fußabdruck?

    Was können solche Projekte bei Kindern auslösen?

    • Lern- bzw. Bildungseffekt: Kinder lernen durch Upcycling-Projekte praktisch über Materialien, Recycling, Kreativität und Umweltschutz.
    • Handlungseffekt: Kinder setzen eigene Ideen um, entwickeln Problemlösungsfähigkeiten und trainieren Feinmotorik durch Basteln mit recycelten Materialien.
    • Gemeinschafts- oder Team-Effekt: Gemeinsames Upcycling stärkt Zusammenarbeit, Kommunikation und Verantwortungsbewusstsein.
    SchülerInnen arbeiten mit der Nähmaschine

    Eine Wiederholung ist für diesen Frühling mit der Schule angedacht. 

    Doch dies ist mit Sicherheit nicht nur ein Thema für Kinder. Wir alle sind aufgefordert, über unser Konsumverhaltennachzudenken und vor dem Wegwerfen neben dem Reparieren über neue Verwendungsmöglichkeiten nachzudenken. Wer beim Lesen Lust bekommen hat, selbst kreativ zu werden und aus einem T-Shirt etwas Neues entstehen zu lassen: In der StöberStube sind Bastel-Sets mit Anleitung und Material kostenlos erhältlich. Welche weiteren Ideen gibt es in Laboe, um aus Altem etwas Neues, Höherwertiges oder Kreatives zu machen oder die Gebrauchsdauer zu verlängern? Wir werden gern darüber berichten.

    Die Arbeitsergebnisse – Aus alt mach besser!

  • Jahresrückblick 2025 – Was hat sich in Laboe getan?
    Jahresrückblick 2025 – Was hat sich in Laboe getan?

    Das Jahr 2025 liegt hinter uns und wir wollen die Frage beantworten, welche Maßnahmen wir in Laboe im Hinblick auf Nachhaltigkeit und den Klimaschutz ergreifen konnten.

    Zu Beginn des Jahres fand eine organisatorische Änderung statt: Am 11.04.2005 trafen sich fünfzehn Mitglieder der Gruppe Initiative Klimaschutz Laboe (IKL) zu einer Gründungsversammlung, um den Verein „Initiative Klimaschutz Laboe e.V.” zu gründen. Die Satzung wurde verabschiedet, die Eintragung beim Vereinsgericht beabsichtigt und die Gemeinnützigkeit angestrebt. Damit haben wir den folgerichtigen organisatorischen Schritt unternommen, um jetzt als Verein in Laboe für die Energiewende und mehr Nachhaltigkeit einzutreten.

    ReferentInnen im Jahr 2025

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  • Nutzung von Tiefengeothermie für die Wärmeversorgung von Wohnquartieren – was ist in Laboe möglich?
    Nutzung von Tiefengeothermie für die Wärmeversorgung von Wohnquartieren – was ist in Laboe möglich?

    Der Geophysiker Dr. Reinhard Kirsch – ehemaliger Mitarbeiter des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) und jetzt Inhaber des Beratungsbüros GEOIMPULS – hat in seinem Vortrag am 25. November 2025 die besondere geologischen Formationen für die Region Kiel und Umgebung hervorgehoben und die sich daraus ergebenen Potenziale zur Nutzung des Tiefen-Thermalwassers in 1500-2000m Tiefe als Wärmequelle diskutiert.

    Die Dekarbonisierung des Wärmesektors erfordert einen disruptiven Transformationsprozess, da die klimapolitischen Ziele der nächsten zwei Jahrzehnte hoch sind und ein enormer Bedarf an erneuerbaren Energieträgern absehbar ist. Der Wärmesektor macht 56 % des nationalen Energiebedarfs aus, womit die energie- und volkswirtschaftliche Bedeutung des anstehenden Transformationsprozesses unterstrichen wird.

    Lediglich 15 % der Wärme sind regenerativ, der Anteil stagniert seit Jahren. Während Wasserstoff und Bioenergien zukünftig in erster Linie den Hochtemperatur-Bedarf der energieintensiven Grundstoffindustrie decken müssen, stehen für Niedertemperatur-Nutzungen unter 100 °C insbesondere solarthermische und geothermische Optionen zur Verfügung. Die Vorteile der Geothermie liegen dabei in der Grundlastfähigkeit und dem geringen Platzbedarf auch unter beengten städtischen Verhältnissen mit hoher Nutzungskonkurrenz.

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