Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Laboe

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  • Umweltschutz in der internationalen Schifffahrt – Sicht der global operierenden Schwergut Reederei BBC Chartering
    Umweltschutz in der internationalen Schifffahrt – Sicht der global operierenden Schwergut Reederei BBC Chartering

    Am 31. März 2026 hielt Herr Dipl. Wirtsch. Ing. Ulrich Ulrichs, Vorstandsvorsitzender der Reederei BBC Chartering im Freya-Frahm-Haus einen Vortrag zu dem Thema Umweltschutz in der internationalen Seeschifffahrt.

    Die internationale Seeschifffahrt steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Als Branche, die rund 90 % des globalen Warenverkehrs ermöglicht, trägt sie zugleich eine erhebliche Verantwortung für den Klimaschutz. Laut Herrn Ulrichs ist die Schifffahrt für 2,5–3 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich – das entspricht etwa einer Milliarde Tonnen CO₂ jährlich. Damit ist klar: Ohne nachhaltige Lösungen in der maritimen Logistik sind globale Klimaziele nicht erreichbar.

    Strenge internationale Umweltregularien als Treiber des Wandels

    Die Grundlage für den ökologischen Fortschritt bilden internationale Vorschriften wie MARPOL 73/78, das Emissionen, Ballastwasser, Abfallentsorgung und weitere Umweltbereiche reguliert. Besonders relevant sind die jüngsten Maßnahmen der IMO (International Maritime Organization), darunter:

    • EEXI (Energy Efficiency Existing Ship Index)
    • CII (Carbon Intensity Indicator)
    • IMO 2020 – 0,5 % Schwefellimit

    Diese Vorgaben zwingen Reedereien weltweit, ihre Flotten effizienter zu gestalten. Doch die Umsetzung ist anspruchsvoll. Die Regularien sind komplex, regional unterschiedlich und verursachen erheblichen administrativen Aufwand. Besonders kritisch merkte Herr Ulrichs an, dass eine internationale Regelung unter der Führung der IMO im Oktober 2025 gescheitert ist. Damit wächst die Bedeutung regionaler Systeme wie EU ETS und FuelEU Maritime, die CO₂-Emissionen bepreisen und alternative Kraftstoffe fördern.

    Alternative Kraftstoffe – Chancen und Herausforderungen

    Herr Ulrichs zeigte klar, dass es keinen einzelnen „Wunderkraftstoff“ gibt. Jede Alternative bringt Vor- und Nachteile mit sich:

    Biokraftstoffe (B30–B100)

    • Vorteil: sofort einsetzbar
    • Herausforderung: begrenzte Verfügbarkeit und Zertifizierung In Beispielrechnungen spart ein B30‑Blend zwar CO₂ ein, verursacht aber zusätzliche Kosten – etwa 1.204 US‑Dollar für eine kurze Ost-West-Route.

    Methanol

    • Vorteil: flüssig, gut handhabbar
    • Nachteil: nur klimaneutral, wenn nachhaltig produziert

    Ammoniak

    • Vorteil: keine CO₂‑Emissionen
    • Nachteil: giftig und technisch anspruchsvoll

    Wasserstoff

    • Vorteil: emissionsfrei im Betrieb
    • Nachteil: extrem hoher Energieaufwand für Lagerung und Transport

    Herr Ulrichs konstatierte, dass globale Verfügbarkeit und Infrastruktur notwendig sind, damit sich alternative Kraftstoffe durchsetzen. Damit wird deutlich: Die maritime Energiewende ist ein langfristiger Prozess, der Investitionen, Forschung und internationale Kooperation erfordert.

    Effizienzsteigerung als sofort wirksamer Hebel

    Neben alternativen Kraftstoffen setzt BBC Chartering auf klassische Effizienzmaßnahmen, die sofort Wirkung zeigen:

    • optimierte Rumpf- und Schiffsdesigns
    • moderne Propeller
    • verbesserte Rumpfanstriche
    • regelmäßige Rumpfreinigung
    • intelligente Routenplanung

    Diese Maßnahmen reduzieren den Verbrauch unmittelbar und sind unabhängig von der Kraftstofffrage.

    Abb. 1: Vergleich Schifffstypen E/F (2005) und BBC LakeMax (ab 2024)

    Ein besonders eindrucksvolles Beispiel liefert der Vergleich zwischen älteren E/F‑Typen und den neuen BBC LakerMax‑Schiffen (Abb. 1):

    • 25 % weniger Verbrauch auf See
    • 61 % mehr Laderaumvolumen
    • bis zu 50 % weniger Emissionen bei optimaler Auslastung

    Solche Fortschritte zeigen, wie stark technologische Innovationen zur Dekarbonisierung beitragen können.

    Fazit: Nachhaltige Schifffahrt braucht globale Lösungen – und mutige Vorreiter

    Herr Ulrichs fasste zusammen: Die maritime Energiewende ist komplex, teuer und erfordert internationale Abstimmung. Doch sie ist unverzichtbar. BBC Chartering zeigt, wie ein global agierendes Unternehmen Verantwortung übernimmt und seinen Beitrag leistet – durch effizientere Schiffe, alternative Kraftstoffe und die konsequente Umsetzung internationaler Vorgaben.

    Alle Anwesenden waren sich einig, dass die Branche erst am Anfang eines jahrzehntelangen Transformationsprozesses steht. Doch eines ist klar: Nur wenn Reedereien, Politik und Technologieanbieter gemeinsam handeln, kann die Schifffahrt ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.


  • Nachhaltigkeit fängt beim Einkauf an – kleine Entscheidungen, große Wirkung
    Nachhaltigkeit fängt beim Einkauf an – kleine Entscheidungen, große Wirkung

    Am 24. Februar 2026 hielt Frau Marret Bähr vom Kompetenzzentrum für Nachhaltige Beschaffung und Vergabe (KNBV) einen überaus informativen Vortrag zu dem Thema „Nachhaltiger Konsum“ im Freya-Frahm-Haus. Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Beschaffung im Privathaushalt bedeutet im Kern, bewusste Entscheidungen zu treffen, die Umwelt, soziale Gerechtigkeit und langfristige Wirtschaftlichkeit berücksichtigen. Es geht also nicht nur darum, „weniger zu kaufen“, sondern anders zu kaufen – mit Blick auf Wirkung und Verantwortung.

    Nachhaltiger Konsum umfasst alle Entscheidungen, die wir als Verbraucher*innen treffen – vom Einkauf über die Nutzung bis ggf. zur Entsorgung eines Produkts. – Die Kernelemente eines nachhaltigen Konsums sind:

    • Vor dem Kauf hinterfragen – brauche ich das wirklich, und wenn ja: sind Reparieren, Leihen, Tauschen oder Gebrauchtkauf Alternativen.
    • Weniger, aber besser kaufen, also Produkte bevorzugen, die reparierbar und recycelbar sind und lange halten, also nicht nach kurzer Zeit ersetzt werden müssen.
    • Ressourcen schonen durch energie- und wassersparende Geräte, wenig Verpackungsmüll und vermeiden von Lebensmittelverschwendung.
    • Gemeinwohl schützen durch umweltverträglich und sozial gerecht (fair) erstellte und gehandelte Produkte.

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  • Tiefengeothermie ist eine Zukunftsperspektive für Laboe –  Wie gestalten sich aktuell die Wärmepreise für Tiefengeothermie, auch in diesem kalten Winter?
    Tiefengeothermie ist eine Zukunftsperspektive für Laboe –  Wie gestalten sich aktuell die Wärmepreise für Tiefengeothermie, auch in diesem kalten Winter?

    Geologie und Tiefengeothermie

    Der Geophysiker Dr. Reinhard Kirsch berichtete in seinem Vortrag im Freya-Frahm-Haus im November 2025 über das geologische Potenzial einer Wärmequelle unter Laboe: Die Datenplattform Geothermisches Informationssystem für Deutschland (GeotIS) weist für den Raum Laboe ein gut ausgeprägtes hydrothermales Reservoir aus. Es befindet sich ein Doggersandstein (Doggertrog) im Tiefenbereich 2000 – 2500 m mit Thermalwassertemperaturen im Bereich 70 – 75°C.

    Dr. Reinhard Kirsch

    Herr Dr. Kirsch fasste die Datenlage und die Situation an der Kieler Förde wie folgt zusammen:

    • Laboe hat ein hohes Potenzial für Tiefengeothermie und gehört damit zu den in Schleswig-Holstein am besten geeigneten Standorten.
    • Ein effizientes Wärmenetz ist eine Voraussetzung für die Nutzung dieses Potenzials.
    • Bei der Planung eines Wärmenetzes sollte die Integration von Erdwärme mituntersucht werden.

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  • Was ist „Upcycling“? Aus alt mach besser! 
    Was ist „Upcycling“? Aus alt mach besser! 

    Aus gebrauchten Dingen können wieder schöne, nützliche Dinge werden: Upcycling ist eine hervorragende Möglichkeit, dem Wegwerfen etwas Nachhaltiges entgegenzusetzen. Denn neue Produkte herzustellen, erfordert immer Rohstoffe, Energie und verursacht Emissionen. Durch Wiederverwenden in neuer Form können wir diese Prozesse vermeiden oder reduzieren. Es trägt bei zur:

    • Ressourcenschonung, da keine oder kaum neue Materialien nötig sind.
    • Müllvermeidung, indem wir Gegenstände weiter nutzen, statt sie zu entsorgen.
    • Bewusstseinsbildung, indem wir – und andere, die das kreative Ergebnis sehen – unser Konsumverhalten reflektieren und verändern.

    Die Pioniere für Upcycling sind in Laboe die ehrenamtlich Engagierten in der StöberStube unter der Leitung von Susanne Bartels. Diese Gruppe hat sich zur Aufgabe gemacht, aus gebrauchten Textilien etwas Neues entstehen zu lassen. Aus alten T-Shirts haben sie Jersey-Garn hergestellt und beispielsweise das Tier „Kraki“ gehäkelt. Und aus einer alten Jeans den Zugluftstopper „Nessi“ und weitere Gegenstände wie Utensilos und Armbänder genäht.

    Die Transportwege für Kleidung

    Im Mai 2025 kam es zu einer Zusammenarbeit von der StöberStube und der Inititiative Klimaschutz Laboe mit der Grundschule Laboe zu dem Thema Upcycling. Zusammen mit Susanne Bartels und Frauke Schöneich-Priebe von der StöberStube führten Kathlen und Clemens Simmer von der IKL-Gruppe „Konsum und Nachhaltigkeit“ an fünf Freitagvormittagen mit der Klasse 4b – geleitet von der Referendarin Michaela Schmidt – in der Textilkunde Workshops zum Thema Bekleidung und Nachhaltigkeit durch. Der Einstieg in das Thema erfolgte in der StöberStube selbst, wo es bereits zu regen Diskussionen zum Thema Kleidung und Klima kam; auch fanden einige Schätze neue Besitzerinnen und Besitzer.

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