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Meerwasserwärmepumpen zeigen den Weg – Chancen für Laboe

Die Anlage zeigt, wie moderne Technik Kohle oder Gas fürs Heizen ersetzen kann. Besonders wichtig: Die hohen Vorlauftemperaturen ermöglichen es, auch ältere Gebäude problemlos an das Fernwärmenetz anzuschließen und im Winter warm zu bekommen.

Neustadt/Holstein: Wärme direkt aus der Ostsee

Auch in Deutschland gibt es nun ein funktionierendes Vorbild: In Neustadt/Holstein wurde Anfang 2026 die erste Meerwasser‑Großwärmepumpe mit deutscher Technik in ein größeres Wärmenetz mit mehreren hundert Wohneinheiten eingebunden. Es versorgt das neue Hafenquartier von Neustadt.

Besuch in 2024: Bürgermeister Heiko Voß im Gespräch mit Projektingenieur Thomas Anthoni (Stadtwerke Neustadt)

Die wichtigsten Fakten:

  • Heizleistung der Wärmepumpe: bis zu 700 kW
  • Gesamtleistung im Quartier: 2.000 kW
  • Vorlauftemperatur: bis zu 72 °C
  • Effizienz: aus 1 kW Strom entstehen über 3 kW Wärme
  • Weitere Wärmequelle: Abwärme aus Müllheizkraftwerk und Wärmespeicher

Die Anlage entzieht bis zu vier Grad kaltem Ostseewasser Wärme und hebt sie auf ein nutzbares Temperaturniveau. Die Stadtwerke berichten regelmäßig über ihre Erfahrungen – ein wertvoller Wissensschatz für andere Kommunen.

Was bedeutet das für Laboe?

Laboe liegt direkt an der Ostsee und hat damit genau so ideale Voraussetzungen für eine eigene Meerwasser‑Großwärmepumpe wie in Esbjerg und Neustadt. Diese beiden neuen Anlagen liefern dafür klare Hinweise:

  • Die Technik funktioniert zuverlässig. Sowohl im großen Maßstab (Esbjerg) als auch in kleineren Quartieren (Neustadt).
  • Hohe Vorlauftemperaturen sind erreichbar. Damit können auch Bestandsgebäude angeschlossen werden – ein wichtiger Punkt für hohe Anschlussquoten auch mit alten Gebäuden.
  • Die Klimabilanz ist überzeugend. Die Einsparungen in Esbjerg zeigen, wie stark eine solche Anlage zur kommunalen Klimastrategie beitragen kann.
  • Regionale Vorbilder erleichtern die Planung. Neustadt liegt quasi „vor der Haustür“ und zeigt, wie es gehen kann.

Ausblick

Die Beispiele aus Dänemark und Deutschland beweisen es: Meerwasserwärmepumpen sind keine Zukunftsvision mehr, sondern eine praxiserprobte Technik. Damit eröffnet sich für Laboe die Chance, frühzeitig auf eine klimafreundliche, stabile und lokal verfügbare Wärmequelle umzusteigen. Ob eine Meerwasserwärmepumpe tatsächlich die technisch und wirtschaftlich beste Lösung für Laboe darstellt, muss in Studien untersucht werden. Die Ostsee bietet das Potenzial – jetzt gilt es, die Nutzbarkeit zu prüfen.