Was gilt eigentlich als Wald?
Das Landeswaldgesetz definiert klar, welche Flächen als Wald gelten. Entscheidend ist eine flächige Bestockung mit Waldgehölzen, unabhängig von Alter oder Zustand. Nicht als Wald gelten dagegen:
- Knicks
- kleinere Baumgruppen
- Alleen
- Baumschulen oder Weihnachtsbaumplantagen
- Parkanlagen im Wohnbereich
„Wald wird im Landeswaldgesetz definiert und muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Flächig mit Waldgehölzen bestockte Grundfläche…“
Junger und alter Wald – warum beides wichtig ist
Moderne Forstwirtschaft setzt auf eine Mischung verschiedener Altersphasen. Alte Wälder über 100 Jahre erbringen besonders viele Ökosystemleistungen, während Erstaufforstungen wichtig für die Habitatkontinuität sind. „Alte Wälder (>100 Jahre)… entfalten mehr Ökosystemdienstleistungen als Erstaufforstungen.“
Erstaufforstung und natürliche Sukzession
Neue Waldflächen entstehen entweder durch geplante Aufforstung oder durch natürliche Entwicklung. Wichtig:
- Erstaufforstungen sind genehmigungspflichtig.
- Die UFB kann Vorgaben zur Baumartenwahl machen.
- Aufforstungen können finanziell gefördert werden.
- Natürliche Sukzession führt ebenfalls zu dauerhaftem Waldstatus, sobald die Kriterien des Landeswaldgesetzes erfüllt sind.
„Erstaufforstungen unterliegen der Genehmigungspflicht… Die Kosten können gefördert werden.“
Klimawandel – wachsende Belastungen für den Wald
Der Wald ist ein langfristiges Ökosystem, doch der Klimawandel wirkt bereits heute spürbar:
- längere Trockenperioden im Frühjahr
- Überstauungen nach Starkregen
- mehr Sommerstürme
- Zunahme von Schädlingen
- Stickstoffbelastung der BödenDie Anpassung der Wälder ist ein Generationenprojekt. Aktuell stehen folgende Maßnahmen im Fokus:
„Ungleichmäßigere Verteilung der Niederschläge… Häufung von Kalamitäten durch Schädlinge.“
Wie Waldbesitzer reagieren
Die Anpassung der Wälder ist ein Generationenprojekt. Aktuell stehen folgende Maßnahmen im Fokus:
- Umbau von Nadel-Reinbeständen
- Wasserrückhalt zur Sicherung der Frühjahrsfeuchte
- genetisch angepasste Herkünfte bei Pflanzungen
- Pflege zur Stabilisierung der Kronen
- Erhalt von Totholz
- Versuche mit neuen Baumarten
„Wald ist ein Generationenprojekt. Pflegeeingriffe mit Blick auf die Kronenvitalität.“
Einzelbäume in Gemeinden – kleine Strukturen, große Wirkung
Auch außerhalb des Waldes leisten Bäume einen wichtigen Beitrag:
- Förderung der Biodiversität
- Kühlungseffekte im Siedlungsraum
- Filterung von Staub und Lärm
Typische Stadtbaumarten sind u. a. Ahorn, Platane, Linde, Ulme und Hainbuche. Ergänzend kommen klimaresiliente Arten wie Robinie oder Mehlbeere hinzu.
„Einzelbäume spielen in der Städteplanung eine zunehmend wichtige Rolle.“
Wie Bürgerinnen und Bürger selbst aktiv werden können
Für Gemeinden und Privatpersonen gibt es zahlreiche Möglichkeiten:
- Verwendung von Regiosaatgut im eigenen Garten oder auf kommunalen Flächen
- Teilnahme an Förderprogrammen wie
- DVL Region Plön
- NABU SH (Streuobstwiesen)
- Gröön Dörp
- Bingo-Stiftung
„Im eigenen Umfeld auf die Auswahl von Saatgut achten: Regiosaatgut.“
Fazit
Schleswig-Holstein steht beim Thema Wald vor besonderen Herausforderungen – aber auch vor großen Chancen. Durch kluge Aufforstung, naturnahe Pflege und die Einbindung von Gemeinden und Bürgern kann der Wald langfristig widerstandsfähiger werden und seine wichtigen Funktionen für Klima, Artenvielfalt und Lebensqualität erfüllen.
