Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Laboe

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  • „Netzpaket“ – Was ist geplant? Was sind die Konsequenzen für Bürgerenergie-Projekte?
    „Netzpaket“ – Was ist geplant? Was sind die Konsequenzen für Bürgerenergie-Projekte?

    Das Gesetz reagiert auf ein reales Problem: Der Ausbau von Wind- und Solaranlagen verläuft derzeit vielerorts schneller als der Ausbau der Stromnetze. Die Frage ist nicht, ob dieses Problem existiert – darüber besteht in der Energiewirtschaft weitgehend Einigkeit –, sondern wie es gelöst werden sollte. 

    Was ist das Netzpaket?

    Das Netzpaket (teilweise auch „Netzanschlusspaket“ genannt) soll den Ausbau erneuerbarer Energien stärker mit den verfügbaren Netzkapazitäten synchronisieren. Zu den diskutierten bzw. vorgesehenen Instrumenten gehören unter anderem:

    • schnellere Netzanschlussverfahren,
    • bessere Steuerung knapper Netzanschlusskapazitäten,
    • stärkere Berücksichtigung regionaler Netzengpässe,
    • neue Regeln für Einspeisemanagement und Anschlusszusagen,
    • Anreize für Speicher und netzdienliches Verhalten. 

    Potenziale

    1. Netzengpässe werden realistischer berücksichtigt

    Heute werden in einigen Regionen (z. B. Schleswig-Holstein oder Niedersachsen) sehr viele Anlagen gebaut, obwohl die Netze zeitweise überlastet sind.

    Das Netzpaket versucht, diesen Zielkonflikt früher zu berücksichtigen.

    Potenzial:

    • geringere Redispatch-Kosten,
    • weniger ungeplante Abregelungen,
    • besser planbarer Netzausbau.

    Dieses Ziel ist grundsätzlich für sinnvoll.

    2. Mehr Investitionen in Speicher

    Wenn Netzanschlüsse knapper werden, gewinnen Batteriespeicher wirtschaftlich an Bedeutung.

    Dadurch könnte sich der Markt stärker in Richtung

    • Batteriespeicher,
    • intelligente Steuerung,
    • flexible Verbraucher

    entwickeln.

    Das wäre energiewirtschaftlich durchaus sinnvoll.

    3. Bessere Ausnutzung bestehender Netze

    Das Netzpaket setzt stärker auf Digitalisierung und intelligentes Netzmanagement.

    Wenn dadurch vorhandene Leitungen besser ausgelastet werden, kann teurer Netzausbau teilweise vermieden werden.

    4. Weniger volkswirtschaftliche Kosten

    Netzausbau kostet Milliarden Euro.

    Falls durch intelligentere Anschlussregeln ein Teil dieser Kosten vermieden werden kann, profitieren langfristig auch Stromkunden.

    Dieses Potenzial ist real.

    Kritikpunkte

    Hier beginnt die eigentliche Kontroverse.

    1. Hohe Investitionsunsicherheit

    Viele Projektentwickler kritisieren:

    Wenn neue Anlagen über Jahre keinen sicheren Netzanschluss erhalten oder ohne Entschädigung häufiger abgeregelt werden können, wird ihre Finanzierung deutlich schwieriger. Banken verlangen in solchen Fällen höhere Risikoaufschläge oder lehnen Finanzierungen ab. 

    2. Benachteiligung dezentraler Projekte

    Große Energieunternehmen können Risiken

    • verteilen,
    • absichern,
    • juristisch begleiten.

    Eine Bürgerenergiegenossenschaft mit einem oder zwei Projekten kann das oft nicht.

    Hier entsteht ein möglicher Wettbewerbsnachteil.

    3. Ausbau könnte verlangsamt werden

    Viele Branchenverbände argumentieren:

    Deutschland brauche

    • mehr Speicher,
    • mehr Netze,
    • mehr Flexibilität,

    statt den Zubau neuer Anlagen einzuschränken.

    Ob diese Kritik vollständig zutrifft, ist umstritten.

    4. Regional sehr unterschiedliche Auswirkungen

    Das Netzpaket trifft Regionen mit hohem Wind- oder Solarzubau besonders stark.

    Dazu gehören beispielsweise

    • Schleswig-Holstein,
    • Niedersachsen,
    • Brandenburg,
    • Teile Bayerns.

    Gerade dort entstehen viele Bürgerenergieprojekte. 

    Konsequenzen für Bürgerenergiegenossenschaften

    Hier gibt es sowohl Risiken als auch Chancen.

    Risiko 1: Größere Finanzierungsrisiken

    Eine Bürgerenergiegenossenschaft finanziert Projekte häufig über:

    • Genossenschaftsanteile,
    • regionale Banken,
    • kommunale Partner.

    Wenn der Netzanschluss unsicher wird,

    • verzögert sich der Baubeginn,
    • steigen Finanzierungskosten,
    • verlängern sich Amortisationszeiten.

    Das könnte kleinere Akteure überproportional belasten.

    Risiko 2: Weniger Planungssicherheit

    Für Genossenschaften ist Planungssicherheit besonders wichtig.

    Wenn erst spät feststeht,

    • wann angeschlossen wird,
    • wie oft abgeregelt wird,
    • welche Erlöse erzielt werden,

    werden Bürger schwerer bereit sein, Eigenkapital bereitzustellen.

    Risiko 3: Konzentration des Marktes

    Ein möglicher Nebeneffekt:

    Große Projektentwickler könnten einen größeren Marktanteil gewinnen.

    Sie verfügen über

    • größere Kapitalreserven,
    • Portfolios an verschiedenen Standorten,
    • spezialisierte Rechts- und Finanzierungsteams.

    Dadurch könnte sich der Markt weiter konsolidieren.

    Chance 1: Speicher als neues Geschäftsfeld

    Genossenschaften könnten künftig stärker investieren in

    • Batteriespeicher,
    • Quartiersspeicher,
    • Eigenverbrauchsmodelle,
    • Energy Sharing.

    Gerade regionale Akteure könnten hier neue Geschäftsmodelle entwickeln.

    Chance 2: Lokale Flexibilitätsmärkte

    Sollten künftig regionale Flexibilitätsmärkte entstehen, könnten Bürgerenergiegenossenschaften

    • Speicher betreiben,
    • Lastmanagement organisieren,
    • lokale Stromgemeinschaften aufbauen.

    Es wäre zu prüfen ob der gesetzliche Rahmen hierfür ausreichend attraktiv ausgestaltet wird.

    Bewertung

    Das Netzpaket adressiert ein reales technisches Problem: Die Stromnetze können den sehr schnellen Ausbau der Erneuerbaren in manchen Regionen derzeit nicht immer aufnehmen. Insofern besteht Handlungsbedarf.

    Die entscheidende Frage ist jedoch, wo die Last der Anpassung liegt. Der derzeit diskutierte Ansatz verlagert einen Teil des Risikos auf die Betreiber neuer Anlagen. Davon sind Bürgerenergiegenossenschaften tendenziell stärker betroffen als große Energieunternehmen, weil sie weniger finanzielle Reserven und geringere Möglichkeiten zur Risikostreuung haben. Diese Einschätzung wird auch vom Bündnis Bürgerenergie geteilt, das vor einer Schwächung dezentraler Projekte warnt. 

    Aus energiewirtschaftlicher Sicht wäre ein Ansatz, der Netzausbau, Speicher, Flexibilisierung und den Ausbau erneuerbarer Energien gleichzeitig beschleunigt, langfristig robuster als ein Ansatz, der den Ausbau neuer Anlagen primär an bestehenden Netzengpässen ausrichtet. Ob das Netzpaket dieses Gleichgewicht erreicht, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen.

    Was ist unsere Position?

    Die GbR Förderufer ist eine Gruppe von BürgerInnen aus Heikendorf und Laboe, die sich dafür einsetzt, Bürgerinnen und Bürger unmittelbar an der Wertschöpfung der Energiewende zu beteiligen und den Ausbau von Erneuerbaren Energien in unserer Region voranzutreiben. Geplant sind unter anderem zwei Bürgerwindenergieanlagen im vorgesehenen Windpark Heikendorf/Probsteierhagen sowie darüber hinaus Photovoltaik-Projekte.

    Die Gruppe hatte zu ihrer Position zu dem Komplex Netzpaket eine Pressemitteilung formuliert:


  • Wald in Schleswig-Holstein – Bedeutung, Herausforderungen und Chancen
    Wald in Schleswig-Holstein – Bedeutung, Herausforderungen und Chancen

    Der Wald prägt Schleswig-Holstein weit weniger als andere Bundesländer – und gerade deshalb kommt ihm eine besondere ökologische und gesellschaftliche Bedeutung zu. Der Vortrag „Wald in Schleswig-Holstein: Verbreitung, Leistungen und Herausforderungen“ von Christiane Herty (Landesamt für Umwelt) liefert einen kompakten Überblick über den Zustand der Wälder, die Auswirkungen des Klimawandels und die Handlungsmöglichkeiten für Kommunen und Bürgerinnen und Bürger.

    Waldanteil und Baumarten in Schleswig-Holstein

    Schleswig-Holstein ist mit einem Waldanteil von nur 11,5 % eines der waldärmsten Bundesländer Deutschlands. Die regionale Verteilung ist sehr unterschiedlich:

    • Nordfriesland: 4 %
    • Plön: 10 %
    • Herzogtum Lauenburg: 26 %

    Auch die Baumarten unterscheiden sich stark nach Landschaftsraum. In der Geest dominieren Nadelhölzer, während in Angeln und Ostholstein ältere Laubbaumbestände besonders häufig vorkommen. „Der Waldanteil in Schleswig-Holstein liegt bei 11,5 % der Waldfläche.“

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  • Meerwasserwärmepumpen zeigen den Weg – Chancen für Laboe
    Meerwasserwärmepumpen zeigen den Weg – Chancen für Laboe

    2026 war ein wichtiges Jahr für die Wärmewende an Nord- und Ostsee: Sowohl im dänischen Esbjerg als auch im schleswig-holsteinischen Neustadt/Holstein gingen große Meerwasser‑Wärmepumpen in Betrieb. Beide Anlagen beweisen, dass sich die Wärme aus dem Meer zuverlässig und klimafreundlich nutzen lässt. Für eine Küstengemeinde wie Laboe ist das ein starkes Signal.

    Esbjerg: Wärme direkt aus der Nordsee

    In Esbjerg wurde eine der größten Meerwasserwärmepumpen der Welt gestartet. Sie ersetzt ein altes Kohlekraftwerk und versorgt rund 25.000 Haushalte mit klimaneutraler Fernwärme, da der Strom zum Betrieb der Wärmepumpe aus Windenergie-Anlagen stammt.

    Die wichtigsten Fakten:

    Meerwasser-Großwärmepumpe heizt mit Windstrom die Stadt Esbjerg
    • Leistung: 70 Megawatt
    • Wärmequelle: Nordseewasser mit 1–15 °C
    • Vorlauftemperatur: bis zu 90 °C
    • CO₂‑Einsparung: rund 120.000 Tonnen pro Jahr
    • Strom: aus nahegelegenen Windparks
    • Weitere Wärmequellen: Holzschnitzel-Kraftwerk (Leistung 48 MW) und Wärmespeicher

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  • Unsere Veranstaltungen im Mai – Pflanzenflohmarkt und geführte Fahrradtour
    Unsere Veranstaltungen im Mai – Pflanzenflohmarkt und geführte Fahrradtour

    Am Sonnabend, dem 9. Mai 2026, veranstalteten der Verein Freunde des Kurparks Laboe und die Initiative Klimaschutz Laboe e. V. (IKL) zum zweiten Mal einen Pflanzenflohmarkt in unserem Kurpark. Die Organisatorinnen waren Anke Dorl von der IKL sowie Angelika Klinke und Sigrun Ostermann vom Verein Freunde des Kurparks. Am Vortag konnten Pflanzenspenden, insbesondere Kräuter, regionale Blütenpflanzen und Beerensträucher in beschrifteten Pflanztöpfchen im Kurpark abgegeben werden. Dieser Aufruf, Pflanzen aus dem eigenen Garten zu spenden, war ein voller Erfolg: Es kamen zahlreiche Pflanzen zusammen, die zu groß geworden waren, sich selbst ausgesät hatten oder einfach übriggeblieben waren – sie alle suchten ein neues Zuhause. Am Samstag strömten zahlreiche BesucherInnen in den Kurpark, die sich für die Pflanzen interessierten und diese gegen eine Spende erwerben konnten

    Die Biologin Andrea Harrje im Gespräch mit Besucherinnen

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