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Unsere Veranstaltungen im Mai – Pflanzenflohmarkt und geführte Fahrradtour

Am Sonnabend, dem 9. Mai 2026, veranstalteten der Verein Freunde des Kurparks Laboe und die Initiative Klimaschutz Laboe e. V. (IKL) zum zweiten Mal einen Pflanzenflohmarkt in unserem Kurpark. Die Organisatorinnen waren Anke Dorl von der IKL sowie Angelika Klinke und Sigrun Ostermann vom Verein Freunde des Kurparks. Am Vortag konnten Pflanzenspenden, insbesondere Kräuter, regionale Blütenpflanzen und Beerensträucher in beschrifteten Pflanztöpfchen im Kurpark abgegeben werden. Dieser Aufruf, Pflanzen aus dem eigenen Garten zu spenden, war ein voller Erfolg: Es kamen zahlreiche Pflanzen zusammen, die zu groß geworden waren, sich selbst ausgesät hatten oder einfach übriggeblieben waren – sie alle suchten ein neues Zuhause. Am Samstag strömten zahlreiche BesucherInnen in den Kurpark, die sich für die Pflanzen interessierten und diese gegen eine Spende erwerben konnten

Die Biologin Andrea Harrje im Gespräch mit Besucherinnen

Es entspannen sich viele Gespräche bei Kaffee und Kuchen über die Ansprüche der einzelnen Pflanzen an ihren Standort und über einheimische Pflanzengemeinschaften. Auch die Ansprüche von Insekten und Vögeln an Blütenpflanzen waren Thema. Dieses „Grüne Geben und Nehmen“ ist gelebte Kreislaufwirtschaft im Kleinen und sorgt für echte regionale Vielfalt. Dementsprechend führte Frau Dorl am späten Nachmittag sehr zufrieden aus: „Unser Pflanzenflohmarkt zeigt, wie einfach und wirkungsvoll nachhaltiges Handeln im Alltag sein kann – direkt vor der eigenen Haustür. Der Pflanzenflohmarkt war auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg und wird im nächsten Jahr wiederholt.“

Für unsere geführte Fahrradtour durch die Geschichte der Probstei – auch am Sonnabend, dem 9. Mai, – konnten wir Hermann Malchau gewinnen. Er war früher Leiter des Probstei-Museums in Schönberg. Er prägte das Museum als bedeutende kulturelle Einrichtung, die Einblicke in die bäuerliche Wohnkultur und den ländlichen Kulturraum der Probstei ermöglicht. Bei bestem Wetter versammelten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Parkplatz Ehrenmal. Nach der Begrüßung durch die Organisatoren Birgit Tegeler und Matthias Dorl ging es los. Zum einen wusste Herr Malchau Wissenswertes zu Naturveränderungen zu berichten, beispielsweise zu den durch Sturmfluten verursachten Abbrüchen am Steilufer von Stein. Zum anderen gab er Informationen zu alten Bauwerken, Bauernhöfen und weiteren Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Auffällig in der Probstei sind die sehr schönen und unterschiedlich gestalteten Bauernhäuser. Herr Malchau berichtete, dass der Bauingenieur Herr Götsch einen maßgeblichen Anteil an den Entwürfen und der Realisierung dieser besonderen Häuser hatte. Wir können uns heute an einer Vielfalt von Stilen und architektonischen Ausprägungen wie Rundfenstern und Eingangsportalen mit Säulen erfreuen.

Der Probsteiexperte Hermann Malchau (rechts) erläutert die Geschichte eines Gebäudes

Zwischendurch ging es immer wieder auf kleinen, wenig bekannten Wegen durch blühende Rapsfelder. Nach drei kurzweiligen Stunden endete die Tour. Alle Teilnehmer waren Herrn Malchau sehr dankbar für seine aufschlussreichen und lebhaften Ausführungen. Es wurde daher der Wunsch geäußert, die Tour im nächsten Jahr mit abgeänderter Wegführung zu wiederholen.

Auszug aus „Laboe aktuell“ Juni 2026

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Indigene Völker – Die besten Naturschützer

Niklas Ennen, Pressesprecher der Nichtregierungsorganisation (NGO) Survival International (Büro Berlin) hielt am 28. April 2026 im sehr gut besuchten Freya-Frahm-Haus einen Vortrag zu indigenen Völkern und ihre Beziehung zum Naturschutz. Er stellte die These auf, dass indigene Völker weltweit die besten Hüter der Natur sind. Denn sie leben seit Jahrhunderten im Einklang mit ihrer Umwelt und verfügen über ein tiefes Wissen über nachhaltige Landnutzung. Dennoch werden sie im Namen des Naturschutzes oft verdrängt und ihre Rechte verletzt. 

Wer sind indigene Völker?

Indigene Völker sind Gruppen, die bereits vor der Kolonialisierung oder der Gründung moderner Nationalstaaten in einem Gebiet lebten. Sie haben eine enge Beziehung zu ihrem Land, eine eigene Kultur und Sprache und sehen sich oft als von der Mehrheitsgesellschaft getrennt. Weltweit gibt es etwa 400 Millionen indigene Menschen. Ihre kollektiven Rechte auf Land, Selbstverwaltung und freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) sind in internationalen Abkommen wie der UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker (UNDRIP) und der ILO-Konvention Nr. 169 verankert.

Probleme des klassischen Naturschutzes

Viele Naturschutzgebiete im Globalen Süden wurden nach westlichen, oft kolonialen Vorstellungen eingerichtet. Dabei wurden indigene Gemeinschaften systematisch vertrieben, was zu Menschenrechtsverletzungen und sogar Völkermord führte. Diese Schutzgebiete schützen die Natur häufig weniger effektiv als angenommen und begünstigen stattdessen Tourismus und Rohstoffabbau.

Mythen des Naturschutzes

  • Mythos 1: Westliche Organisationen wissen am besten, wie man Natur schützt. Tatsächlich erinnern die Argumente für westliche Kontrolle oft an koloniale Landnahme.
  • Mythos 2: Wildnis ist nur dann geschützt, wenn sie menschenleer ist. Indigene Völker werden fälschlicherweise als Störfaktor betrachtet.
  • Mythos 3: Alle Menschen wollen gleich leben. Indigene Lebensweisen werden als rückständig angesehen, obwohl sie nachhaltig und erfüllend sind.
  • Mythos 4: Nationalparks stehen automatisch für Naturschutz. Die Gründung vieler Nationalparks ging mit der Vertreibung indigener Bevölkerung einher.

Indigene Völker als beste Naturschützer

Studien zeigen, dass Gebiete unter Kontrolle indigener Gemeinschaften die größte Artenvielfalt aufweisen und am besten vor Entwaldung schützen. Ihre nachhaltigen Praktiken wie Wanderfeldbau und nomadische Weidewirtschaft schaffen Kohlenstoffsenken und verhindern Waldbrände. Ein Beispiel ist das indigene Volk der Soliga in Indien: Nach der Rückgabe ihrer Landrechte stieg die Tigerpopulation in ihrem Gebiet deutlich an.

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Das Klima verändert sich. Laboe verändert sich. Jetzt können wir gemeinsam handeln.

Wir alle spüren: Es ist Zeit, auch selbst Verantwortung zu übernehmen – nicht irgendwann, nicht irgendwo sondern jetzt und vor unserer Haustür. Denn genau dafür gibt es die Initiative Klimaschutz Laboe e.V. (IKL). Wir sind Menschen aus Laboe und Umgebung, die gemeinsam etwas bewegen wollen – praktisch, lokal und für alle Generationen.

Wir packen an – für Laboe, für die Ostsee, für unsere Zukunft

Die IKL ist kein Verein für lange Reden, sondern für die Umsetzung konkreter Ideen und gemeinsames Handeln. Denn Klimaschutz beginnt im Alltag – und genau dort sind wir aktiv.

Dazu gehören:

  • Praktische Projekte, wie Baumpflanzung, Upcycling-Workshops, Kräuterbeet, Einwohneranregung, Wettbewerb „Klimafreundlicher Naturgarten“, Kurs „Veganes Kochen“ und Klimawochen an der Grundschule
  • Ideen für morgen, z. B. zur klimaneutrale Energieversorgung: Wärmenetze und Wärmepumpe, Meerwasser-Großwärmepumpe und Geothermie
  • Gemeinschaftsaktionen, wie Pflanzenflohmarkt, Mitorganisation „Tag der sauberen Gemeinde“, Aktion „Stadtradeln“, Fest der Ehrenamtlichen im Kurpark und Fahrradkorso
  • Vorträge und Bildungsangebote, z. B. zu Klimaveränderungen, nachhaltigem Konsum, Meeresökologie, Naturschutz, Veranstaltung „Wie heizen wir morgen?“ und Artikel in „Laboe aktuell“

Die IKL zeigt: Klimaschutz ist kreativ, macht Spaß und bringt Menschen zusammen.

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Umweltschutz in der internationalen Schifffahrt – Sicht der global operierenden Schwergut Reederei BBC Chartering

Am 31. März 2026 hielt Herr Dipl. Wirtsch. Ing. Ulrich Ulrichs, Vorstandsvorsitzender der Reederei BBC Chartering im Freya-Frahm-Haus einen Vortrag zu dem Thema Umweltschutz in der internationalen Seeschifffahrt.

Die internationale Seeschifffahrt steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Als Branche, die rund 90 % des globalen Warenverkehrs ermöglicht, trägt sie zugleich eine erhebliche Verantwortung für den Klimaschutz. Laut Herrn Ulrichs ist die Schifffahrt für 2,5–3 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich – das entspricht etwa einer Milliarde Tonnen CO₂ jährlich. Damit ist klar: Ohne nachhaltige Lösungen in der maritimen Logistik sind globale Klimaziele nicht erreichbar.

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Nachhaltigkeit fängt beim Einkauf an – kleine Entscheidungen, große Wirkung

Am 24. Februar 2026 hielt Frau Marret Bähr vom Kompetenzzentrum für Nachhaltige Beschaffung und Vergabe (KNBV) einen überaus informativen Vortrag zu dem Thema „Nachhaltiger Konsum“ im Freya-Frahm-Haus. Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Beschaffung im Privathaushalt bedeutet im Kern, bewusste Entscheidungen zu treffen, die Umwelt, soziale Gerechtigkeit und langfristige Wirtschaftlichkeit berücksichtigen. Es geht also nicht nur darum, „weniger zu kaufen“, sondern anders zu kaufen – mit Blick auf Wirkung und Verantwortung.

Nachhaltiger Konsum umfasst alle Entscheidungen, die wir als Verbraucher*innen treffen – vom Einkauf über die Nutzung bis ggf. zur Entsorgung eines Produkts. – Die Kernelemente eines nachhaltigen Konsums sind:

  • Vor dem Kauf hinterfragen – brauche ich das wirklich, und wenn ja: sind Reparieren, Leihen, Tauschen oder Gebrauchtkauf Alternativen.
  • Weniger, aber besser kaufen, also Produkte bevorzugen, die reparierbar und recycelbar sind und lange halten, also nicht nach kurzer Zeit ersetzt werden müssen.
  • Ressourcen schonen durch energie- und wassersparende Geräte, wenig Verpackungsmüll und vermeiden von Lebensmittelverschwendung.
  • Gemeinwohl schützen durch umweltverträglich und sozial gerecht (fair) erstellte und gehandelte Produkte.
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Die IKL gründet einen Verein

Am Freitag, den 11. April 2025 trafen sich 15 MitstreiterInnen der Initiative Klimachutz Laboe (IKL) zu einer Gründungsversammlung um einen Verein zu gründen. Nach drei Jahren als freie Gruppierung führten folgende Überlegungen in der IKL zu der Entscheidung einen Verein zu gründen:

Verantwortung und Aufgabenverteilung: In einer Vereinsstruktur sind die Aufgaben und Verantwortungen wie Vorsitz, stellvertretender Vorsitz, Schriftführung und Kassenwart auf verschiedene Personen verteilt. Die VertreterInnen werden gewählt und legen Rechenschaft gegenüber der Mitgliderversammlung ab.

Einfluss und Mitbestimmung:  In einem Verein haben die Mitglieder die Möglichkeit, Entscheidungen mitzugestalten und ihre Stimme einzubringen. Die weitere Entwicklung der IKL kann auf der Grundlage demokratischer Strukturen mitgestaltet werden.